EU Sicherheitsnorm Hochstühle

EU Sicherheitsnorm Hochstühle

Definition


Die Spezifikationen, die ein Babyhochstuhl erfüllen muss, sind in einer EU-Norm zusammengefasst. Sie ist unter der EU-Norm 1488-1:2006 zu finden, herausgegeben von der Europäischen Kommission. Ehe ein Babyhochstuhl in den Verkauf gelangt, muss er die in der Norm angegebenen Anforderungen erfüllen.

Unter dem Begriff Hochstuhl werden innerhalb der EU-Norm die folgenden Bezeichnungen zusammengefasst:

  • Sitzerhöhung für Stühle
  • Kinderstuhl
  • Kinderhochstuhl
  • Tischhängesitz

Jeder Ausdruck wird im Einzelnen innerhalb der EU-Norm gesondert aufgeführt und muss spezielle Anforderungen erfüllen, bevor er in den Verkauf gelangt. Insbesondere die Sicherheitsanforderungen (in Allgemein und Spezifisch aufgeteilt), Kennzeichnung und Gebrauchsanweisung stehen im Fokus.

Je nach Ausführung werden im Rahmen der Sicherheitsanforderungen weitere Unterschiede gemacht (so enthält der Tischhängesitz beispielsweise Angaben zur Verankerungsvorrichtung oder angebrachten Fußstützen).


Allgemeine Sicherheitsanforderungen


Die Allgemeinen Sicherheitsanforderungen umreißen die generellen Voraussetzungen, die ein Babyhochstuhl erfüllen muss. Dazu zählen:

  • Entflammbarkeit (sämtliche Materialien dürfen nicht leicht entflammbar sein)
  • Verpackung (muss flexibel sein, das Erstickungsrisiko ist zu minimieren und muss einen Warnhinweis zur Erstickungsgefahr enthalten)
  • Angaben zum Hersteller und Einführer (Handelsname und Kontaktanschrift müssen klar ersichtlich auf der Verpackung vom Babyhochstuhl aufgeführt sein)

Spezifische Sicherheitsanforderungen


Bei den spezifischen Sicherheitsanforderungen handelt es sich um die regulären Eigenschaften des Möbelstücks an sich, die vor dem Vertrieb erfüllt werden müssen. Der Geltungsbereich ist je nach Definition des Babyhochstuhls unterschiedlich. Eventuell separat erhältliches Zubehör für den Hochstuhl (Kissen, Polster, Gurte, etc.) lässt die EU-Norm dabei außen vor. Die hierin behandelten Sicherheitsanforderungen für einen Hochstuhl umfassen die Gefährdung durch:

  • Hängenbleiben in Zwischenräumen und Öffnungen (das Kind darf nicht im Hochstuhl hängenbleiben)
  • die Höhenverstellung (muss mit einem Verriegelungsmechanismus ausgestattet sein, der sich nicht von selbst löst)
  • bewegliche Teile (die Einbringung von Scher- oder Quetschstellen ist zu vermeiden)
  • Herausfallen (der Babyhochstuhl muss eine Stabilität aufweisen, die gewährleistet, dass bei jeglicher Bewegung das Kind an seinem Platz bleibt und nicht aus dem Stuhl fällt)
  • Verfangen (angebrachte Schnüre o. Ä. muss so kurz sein, dass sich keine Schlinge um den Hals des Kindes legen kann, das Rückhaltesystem ist hiervon ausgenommen)
  • Erstickungsgefährdung durch Obstruktion der Luftröhre und der äußeren Atemwege (der Hochstuhl darf keine Teile umfassen, die vom Kind zu entfernen sind und müssen so groß sein, dass das Kind sie oral nicht aufnehmen kann, geschweige denn Mund und Nase des Kindes bedecken können und somit zum Ersticken führen)
  • orale Aufnahme von Teilen (verwendete Lacke oder Materialien dürfen nicht schädlich für das Kind sein – siehe Speichellack)
  • Gefährliche Kanten, Ecken oder herausragende Teile (Ecken oder Kanten müssen abgerundet sein, so dass keine Verletzungsgefahr besteht)
  • seine Oberfläche (muss glatt gehalten sein, so dass keinerlei Verletzungen bei der Nutzung entstehen)
  • Haltbarkeit der Struktur (darf während des Gebrauchs nicht zusammenbrechen oder Schäden erleiden)
  • das Befestigungssystem (muss so ausgelegt sein, dass es der mechanischen Belastung während des Gebrauchs standhalten kann)
  • ungenügende Größe (Abmessungen müssen angezeigt werden, um dem Verbraucher einen fachgerechten Gebrauch zu ermöglichen)
  • Rollen und Räder (besitzt der Hochstuhl Rollen oder Räder, müssen diese so ausgelegt sein, dass sie die Standsicherheit nicht beeinflussen)
  • Standsicherheit (der Babyhochstuhl muss standsicher sein)
  • die Verriegelungsmechanismen bei zusammenklappbaren Hochstühlen (dieser darf sich nicht von selbst lösen, wenn das Kind hineingesetzt als auch herausgehoben wird)
  • das Rückhaltesystem (Befestigung eines Geschirrs zur Fixierung des Kindes und der Gefahr, dass es aus dem Hochstuhl fällt, wenn es sich darin bewegt. Diese muss wiederum so ausgelegt sein, dass sie für das Kind keinerlei Gefahr darstellt.)
  • einen Seitenschutz (seitliche Armlehnen müssen mit einem Seitenschutz ausgestattet sein)
  • die Rückenlehne (verstellbar als auch starr, muss hoch genug sein als auch die statischen und dynamischen Bewegungen des Kindes aushalten, selbst wenn sie nur optional zu befestigen ist)
  • selbstschneidende Schrauben (werden oft als Verbindungsschrauben genutzt, sind nur zu verwenden, sofern sie beim Abbau nicht wieder zu entfernen sind und somit eine Gefahr darstellen)
  • Fußstützen (dürfen bei einem Tischhängesitz nicht angebracht werden)
  • abnehmbare Elemente (müssen so angelegt sein, dass ein Ablösen des Sitzes – sofern am Tisch befestigt – nicht möglich ist)
  • die Verankerungsvorrichtung (muss so ausgelegt sein, dass sie sich während der Nutzung nicht bewegt)

Sicherheitsinformationen, Gebrauchsanweisung und Kennzeichnung


Der Hersteller ist bei der Auslieferung des Hochstuhls dazu verpflichtet, dem Verbraucher Sicherheitsinformationen, sowie eine Gebrauchsanweisung zu liefern. Des Weiteren unterliegt er der Kennzeichnungspflicht in Form eines Aufdrucks oder Hinweisschildes, welches für den Verbraucher jederzeit greifbar ist und auf dem ernützliche Informationen zum Babyhochstuhl findet.

Sicherheitsinformationen sind für den Verbraucher jederzeit einsehbar und müssen auch dann noch zu sehen sein, wenn der Hochstuhl bereits zusammengebaut ist und das Kind in ihm sitzt. Zu beginnen ist bei einem Hinweis grundsätzlich mit ‚WARNUNG‘. Hinweise zur Sicherheit umfassen beispielsweise den Ratschlag, das Baby nie unbeaufsichtigt zu lassen, das Rückhaltesystem zu nutzen und vor dem Gebrauch die Sicherheit und Stabilität vom Hochstuhl zu prüfen. Ein weiterer Hinweis dient dazu, dem Verbraucher die Maximalbelastung und das Höchstalter für den Gebrauch des Hochstuhls anzuzeigen.

In der Gebrauchsanweisung muss aufgeführt werden, dass der Verbraucher diese aufbewahren soll, dazu erhält er einen Bauplan vom Hochstuhl, um diesen fachgerecht zusammenzusetzen. Der Hersteller ist dazu verpflichtet, dem Nutzer innerhalb der Gebrauchsanweisung mitzuteilen, für welche Zwecke der Hochstuhl verwendet werden kann und von welchen Handlungen der Verbraucher in Verbindung mit dem Stuhl Abstand nehmen sollte.

Des Weiteren ist der Hersteller dazu verpflichtet, einen Hinweis, den Hochstuhl nicht zu nutzen, sofern eine Sicherheitsgefährdung vorliegt, in die Gebrauchsanweisung einzufügen. Ferner muss er dazu anraten, nur Originalteile als Ersatz bei einem Defekt zu verwenden.

Bei sämtlichen Bestimmungen ist die innerhalb des Verkaufslandes gebräuchliche Amtssprache zu verwenden. Angebrachte Etiketten am Hochstuhl dürfen sich nicht vom Untergrund lösen und müssen für den Verbraucher jederzeit einsehbar sein.

Zuletzt enthält die Gebrauchsanweisung nützliche Hinweise zur Pflege und dem Erhalt der Qualität bei einem Hochstuhl.

Quelle: Europäisches Parlament
Die komplette EU-Norm 1488-1:2006 können Sie hier herunterladen (Doc Dokument)

 

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